Liebe Interessent*innen,

wie gewohnt, schicken wir Euch in unserem Newsletter aktuelle Meldungen und Termine.
Seit Dezember 2016 haben wir jeden Monat einen kostenlosen Newsletter versandt, doch wird mir der Aufwand — neben COYOTE und anderen Aktivitäten — zu viel, so dass ich — nach zehn Jahren — die regelmäßige monatliche Erscheinungsweise aufgeben muss. Der Newsletter wird jedoch weiterhin erscheinen.

Coyote Nr. 142link

Der aktuelle Coyote ist mit umfangreichen 72 Seiten und informativen Artikeln derzeit im Druck und wird Ende der Woche versandt.
Wer die Entwicklung in den USA und Kanada verfolgt, wird feststellen, dass sich die jüngsten Ereignisse überschlagen und daher auch die Berichterstattung kaum mehr mithalten kann. Dies galt und gilt auch für das Vorgehen der Einsatzkräfte von ICE (Immigration and Customs Enforcement) und die Grenzkontrolle (Border Patrol) in den USA, die unter US-Präsident Trump nicht mehr alleine an den Grenzen im Einsatz ist, sondern auch im Land Jagd auf vermeintlich “illegale” Immigranten macht. “No One ist Illegal on Stolen Land” (niemand ist illegal auf gestohlenem Land) war die Antwort der Indigenen, die darauf verweisen, dass niemand “amerikanischer” ist als die Ureinwohner. Der Slogan wurde von der Musikerin Billie Eilish bei den diesjährigen Grammy Awards aufgegriffen und ging in den sozialen Netzwerken viral.

Die Vorgänge machten Schlagzeilen, doch welche Auswirkungen das Eingreifen von ICE & Co. auf die Indigenen hatte, wurde in der breiten Berichterstattung kaum eingehend erörtert. Diese Lücke füllt der Coyote, in dem wir ausführlich über die Angriffe in Minnesota und anderen Städten berichten, aber auch historische Zusammenhänge aufgreifen und insbesondere zeigen, wie die Indigenen solidarischen Widerstand leisten.

Menschenrechtsorganisationen weltweit haben gegen das Vorgehen der Einsatzkräfte protestiert — auch wir haben uns an die Heimatschutzministerin Kristi Noem gewandt, um das Vorgehen zu verurteilen und insbesondere die Übergriffe auf die Indigenen sofort einzustellen.

Internationaler Frauentag am 8. Märzlink

Am 8. März finden weltweit am 8. März Kundgebungen, Demonstrationen und Veranstaltungen statt, um die Rechte der Frauen einzufordern. Die Themen reichen dabei von gleicher Bezahlung, gleichberechtigter Teilhabe an Entscheidungsprozessen bis hin zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.

Demo: “Feminism Unstoppable” am 08.03.2026 um 13:00 am Rindermarkt, München


Coyote berichtet regelmäßig über die Gewalt an indigenen Frauen in den USA und Kanada. Selbst während der Übergriffe durch ICE veranstalteten die Indigenen in Minneapolis im Februar 2026 Demos, um auf die Situation der “Missing and Murdered Indigenous Women and Girls” (MMIWG), der verschwundenen und ermordeten indigenen Frauen und Mädchen, aufmerksam zu machen. Auch in Kanada wurden — vor allem von den Indigenen selbst — viele Initiativen auf den Weg gebracht, um die indigenen Frauen zu schützen, denn noch immer verschwinden indigene Frauen und Mädchen aus der Mitte ihrer Gemeinschaften oder werden ermordet.

Eines der jüngsten Oper ist die Lakota Savannah Standing Bear. Die 22-Jährige wurde zuletzt im März vergangenen Jahres auf der Rosebud Reservation in South Dakota gesehen. Savannah Standing Bear ist nur eine von 59 Frauen, die allein im Jahr 2025 in South Dakota als vermisst gemeldet wurden.

Und noch eine gute Meldung: Die UN-Vollversammlung beschloss (gegen den Widerstand der USA) im November 2025 den neuen „Internationalen Tag der indigenen Frauen“, der erstmals am 05.09.2026 begangen wird.

Strahlende Bedrohunglink

Anlässlich des 15. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima (11. März 2011) und des 40. Jahrestags der Katastrophe von Tschernobyl (26. April 1986) wurde der “Uranatlas” aktualisiert und neu aufgelegt. Die Herausgeber*innen warnten bei der Präsentation der Neuauflage am 3. März 2026 vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Herausgegeben wird der Uranatlas von Nuclear Free Future Foundation (NFFF), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Rosa-Luxemburg-Stiftung, Umweltstiftung Greenpeace und ausgestrahlt. Die Organisationen appellieren gemeinsam an die Bundesregierung, sich für nukleare Rüstungskontrolle, einen erneuten New-Start-Vertrag und Abrüstung einzusetzen.
Faktenblatt unter: [LINK NACHTRAGEN]

Unsere Forderung lautet: Atomwaffenverbotsvertrag sofort umsetzen!

Urandeal zwischen Kanada und Indienlink

Doch nicht nur die militärische Nutzung des Urans ist eine Bedrohung, sondern auch die zivile Nutzung der vermeintlichen “sauberen Energie”, wie der Etikettenschwindel der Konzerne und Regierungen lautet.

Während des Besuchs des kanadischen Premierministers Mark Carney in Indien Anfang März 2026 unterzeichneten beide Länder einen Uranliefervertrag im Wert von 2,6 Milliarden Dollar, wobei Cameco aus Kanada sich bereit erklärte, Indiens Bedarf an Kernenergie zu decken. Die Leidtragenden dieses Deals sind einmal mehr die Indigenen Völker, auf deren Land das Uran gewonnen wird, u.a. in Saskatchewan. Kanadas Premierminister verscherbelt indigene Ressourcen und verstößt gegen die UN-Deklaration der Rechte der Indigenen Völker (Stichwort: Völkerrecht und regelbasierte Ordnung) und damit auch gegen kanadisches Recht.

Unsere Forderung: Kein Uranabbau auf indigenem Land!

Uranabbau in den Black Hillslink

Auch in den USA geht die Gier nach dem Uran weiter. Im Craven Canyon will das kanadische Unternehmen CNEC mit dem Projekt “October Jinx” Uran abbauen und hat einen entsprechenden Antrag beim U.S. Forest Service eingereicht. Der Craven Canyon liegt in den Black Hills, einem heiligen Gebiet der Lakota, das nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA in Verletzung des Vertrags von Fort Laramy (1868) den Indigenen illegal entrissen wurde. Der dortige Uranabbau würde nicht nur die Vertragsrechte der Indigenen verletzen, sondern auch deren Trinkwasser und die Umwelt gefährden.

Die European Alliance on the Self-Determination of Indigenous PeopleS, zu deren Gründungsmitgliedern auch die Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte zählt, hat während der öffentlichen Kommentierungsphase einen Protestbrief an den U.S. Forst Service geschickt und die Solidarität mit den Indigenen bekräftigt.

Unsere Forderung: Kein Uranabbau in den Black Hills!

Terminelink

  • “The Roadtrip — Dreaming Forward”

Das Theaterkollektiv Pandora Pop spürt der Begeisterung der Deutschen für die Indigenen Nordamerikas nach und hinterfragt die Stereotypen — von Karl Mays Indianern bis zu Sitting Bull und darüber hinaus, denn noch heute wird unser Blick vielfach von diesen Klischees beeinflusst. Das Theaterkollektiv begab sich daher mit Indigenen aus den USA und Kanada auf eine Reise durch Deutschland, besuchte Wild-West-Erlebnisparks und Museen und traf sich mit Expert*innen zu Diskussionen über Identität und Aneignung. Die Erfahrungen werden in einer Videoperformance verarbeitet.

^Freitag, 06.03./ Samstag, 07.03. um 2000 Uhr/ Sonntag, 08.03.2026 um 1900 Uhr.

Ort: Hoch X Theater & Live Art, Entenbachstr. 37, 81541 München
Info: [LINK NACHTRAGEN]

  • “Dead Pioneers — ndigener Punkt

Noch gelten sie als Geheimtipp, die Punkband “Dead Pioneers” aus Denver, Colorado, doch das kann sich schnell ändern. Die Band um den Frontmann Gregg Deal lässt es krachen und verschafft ihrer Wut auf den Rassismus, das Erbe des Kolonialismus und nicht zuletzt auf den aktuellen US-Präsidenten lautstark Gehör.

Ihre Musik ist eine interessante Mischung aus Punk und Spoken-Word-Performance, mit der sich der Künstler Gregg Deal in den USA bereits ein treues Publikum erobert hat. Nach dem Debutalbum “Dead Pioneers” (Referenzen zu den legendären “Dead Kennedys” sind natürlich kein Zufall) folgte “Po$t americanm” — und die selbst ernannten “Bad Indians” lassen keinen Zweifel, wo ihre politischen Positionen verlaufen.

Nun ist die Band auf Europa-Tour und wird auch in München gastieren — garantiert nichts für Fans säuselnder Flötenmusik. Für alle anderen eine echte Neuentdeckung.
Donnerstag, 12.03.2026 um 2000 Uhr
Ort: Backstage Clublink-external, Reitknechtstr. 6, 80639 München
Info: [LINK NACHTRAGEN]

  • “An der Eiskante — Unterwegs in Nordgrönland” Das Nordamerika Native Museum (NONAM)link-external präsentiert immer wieder hervorragende Ausstellungen zu Kultur, Leben und Geschichte der Indigenen. Diesmal hätte der Zeitpunkt für die aktuelle Ausstellung nicht passender sein können, denn während US-Präsident Donald Trump verkündete, er wolle Grönland übernehmen, bietet die Ausstellung “An der Eiskante” einen spannenden Einblick in das Leben der grönländischen Inuit — zwischen Tradition und Klimawandel, zwischen Herausforderung und Resilienz.


Der Schweizer Photograph Markus Bühler war wiederholt im Norden Grönlands unterwegs, bei seiner letzten Reise begleitete ihn sein Sohn, der Filmemacher Nils Bühler. Auf ihre jeweils eigene Weise dokumentieren sie das Leben der Inughuit, begleiten sie bei der Jagd im eisigen Norden an der schwindenden Eiskante und lassen die Indigenen selbst zu Wort kommen.
Am 22.03. lädt das NONAM zu einer persönlichen Begegnung mit den porträtierten Indigenen Aleqatsiaq Peary (Inughuit-Jäger, Übersetzer, Musiker) und Jonas Nielsen (angehender Jäger) aus Qaanaaq, Grönland, sowie Markus und Nils Bühler ein, die auch durch die Ausstellung führen werden.

“Stimmen aus Nordgrönland”, Gespräch und dialogische Führung Sonntag, 22.03.2026 um 1100 Uhr (Die Ausstellung ist noch bis 28.06.2026 zu sehen.)
Ort: NONAMlink-external, Seefeldstr. 317, 8008 Zürich, Schweiz
Info: [LINK NACHTRAGEN]

In Solidarität mit dem indigenen Selbstbestimmungsrecht.
Herzliche Grüße
Monika Seiller

Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.
Frohschammerstrasse 14
D-80807 München

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Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V. (AGIM) ist ein gemeinnütziger Verein (gegr. 1986) zur Unterstützung der Rechte der indigenen Völker Nordamerikas und Herausgeberin des Magazins Coyote.

AGIM e.V. (Action Group for Indigenous and Human Rights, est. 1986) is a non-profit human rights organization dedicated to supporting the right to self-determination of Indigenous peoples in North America. We publish a quarterly magazine Coyote.

Bankverbindung: IBAN DE28 7015 0000 0017 2234 70 / BIC: SSKMDEMM / Stadtsparkasse München

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