Liebe Unterstützer*innen,
der heutige 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte.
Angesichts unseres Anspruchs als Unterstützer*innen der Menschenrechte müssen wir uns — nicht nur heute — unserer Verantwortung für den Einsatz und die Verwirklichung der Menschenrechte weltweit bewusst werden. Wir dürfen uns von Enttäuschungen und Krisen, von Häme und Zynismus nicht entmutigen lassen, sondern uns entschlossen den Herausforderungen stellen.
“International Day of Indigenous Women and Girls”
Menschenrechtsarbeit ist mühsam und geht häufig nur mit winzigen Schritten voran, doch umso mehr ermutigt uns jeder Erfolg. Ende November 2025 hat die UN-Vollversammlung eine Resolution (A/80/L.11) verabschiedet, welche den 5. September zum jährlichen “International Day of Indigenous Women and Girls” erklärt.
Seit vielen Jahren bemühen wir uns darum, Indigenen Frauen zu mehr Sichtbarkeit und vor allem zur verdienten Anerkennung für ihren Einsatz für indigene und Menschenrechte zu verhelfen. Frauen sind das Rückgrat der Indigenen Völker. Die Vereinten Nationen haben dieser besonderen Stellung der Indigenen Frauen in zahlreichen Dokumenten Rechnung getragen — u.a. in der UN-Deklaration der Rechte der Indigenen Völker und der CEDAW-Empfehlung Nr. 39 — und die Regierungen weltweit aufgefordert, die Rechte der Indigenen Frauen in besonderem Maß zu schützen.
Wir können dazu beitragen — nicht nur im Kampf gegen die Gewalt an Indigenen Frauen, sondern auch in der Anerkennung ihrer Bedeutung für das Überleben der Kultur der Indigenen Völker, den Schutz der Umwelt und die Zukunft der nächsten Generationen.
Angriff auf die Rechte der indigenen Völker
In unserem Magazin Coyote berichten wir regelmäßig über die Missachtung der Indigenen Rechte, doch die Angriffe nehmen zu — nicht nur in den USA. Längst sind Statements wie “We haven’t killed enough Indians!” der MAGA-Influencerin Ann Coulter wieder salonfähig. Trumps Kulturkampf verdrängt die Indigenen aus der amerikanischen Geschichte und greift massiv in das Selbstbestimmungsrecht der Indigenen ein. Rassistische Übergriffe durch ICE-Mitarbeiter auf Indigene, die als “Migranten” verunglimpft oder gar verhaftet werden, sind keine Seltenheit mehr, wie das Beispiel von Elaine Miles (Confederated Tribes of the Umatilla Reservation), die in Seattle von ICE gestoppt wurde, oder der Überfall der US Border Patrol auf eine medizinische Einrichtung in Arizona im November belegen.
Die Indigenen sind in besonderem Maß von Kürzungen im sozialen und medizinischen Bereich — von den Einschränkungen von Medicare bis zum Lebensmittelhilfeprogramm SNAP — betroffen. Die Bundessregierung hat soeben eine drastische Kürzung der (vertraglich verpflichteten) Zahlungen an die Stammesregierungen verkündet. Zudem berichtete auch die Cornell University vor wenigen Tagen, dass sich in Folge der Streichung der Förderprogramm immer weniger Indigene immatrikulieren können.
Gier nach Ressourcen
Die Gier nach den Ressourcen macht nicht an der Grenze halt, denn auch Kanada verstärkt massiv die Förderung fossiler Energie und hat mit dem jüngsten Haushaltsgesetz, dem “One Canadian Economy Act” (vgl. Coyote 140/141), ein Äquivalent zu Trumps “Big Beautiful Bill” geschaffen. Wie wir aus der Vergangenheit wissen, bedeutet dies auch die weitere Diffamierung und Kriminalisierung des indigenen Widerstands. Auch wenn sich meist die Aufmerksamkeit auf die Hiobsbotschaften aus den USA richtet, darf nicht vergessen werden, dass Kanadas neue bzw. im Grunde alte Wirtschaftsstrategie gegen die selbstauferlegten Klimaziele massiv verstößt.
Die Indigenen haben bei der jüngsten Klimakonferenz COP30 in Belem ihren Widerstand lautstark zum Ausdruck gebracht, doch die Regierungen begnügen sich mit hohlen Beschwichtigungen.
Rückblick 2025
Das Jahresende ist stets auch eine Gelegenheit, auf die diesjährigen Aktivitäten zurückzublicken. Angesichts unserer schwachen personellen und finanziellen Mittel darf ich doch mit Stolz anmerken, dass wir auch für 2025 einiges zu berichten haben. Nachfolgend ein paar Beispiele:
- Freilassung von Leonard Peltier nach fast 50 Jahren Haft
- Produktion mehrerer Sendungen auf Radio Lora (u.a. zur aktuellen Situation in den USA oder anlässlich der Freilassung von Leonard Peltier)
- Teilnahme am “Indigen — Das Nordamerika Filmfestival”
- Recherchereise Winnipeg (privat finanziert)
- Teilnahme am UN Permanent Forum on Indigenous Issues in New York (privat finanziert)
- Vortrag und Ausstellung “Matriarchs of Wounded Knee” in Offenbach
- Präsenz beim Zamanand-Festival
- Vortrag und Ausstellung “Matriarchs of Wounded Knee” in Radebeul (Karl-May-Tage)
- Vortrag “Indigene und Social Development Goals” (BNE)
- Vortrag/Veranstaltung “80 Jahre Atombombe” (u.a. mit Anna Rondon und Claus Biegert)
- Rede beim Hiroshima-Tag
- Ausstellung “Matriarchs of Wounded Knee”/Film “Dodging Bullets” mit Claus Biegert in Murnau
- Teilnahme an der “Messe Global”
- Teilnahme an der Tagung “Indigene Rechte” an der Hochschule für Philosophie in München
- Vortrag “Unsichtbar? Femizide an Indigenen Frauen”
Herausforderungen für 2026
Wenn die USA im nächsten Jahr ihr 250. Gründungsjubiläum feiern und mit Trump & Co. den kolonialistischen Siedlergeist und die “Manifest Destiny” beschwören, müssen wir mit weiteren Widerständen in der Durchsetzung der Indigenen Rechte rechnen.
2026 feiert unser Verein sein 40. Gründungsjahr, was wir als Ansporn verstehen, in unseren Bemühungen um die Unterstützung der Indigenen Völker nicht nachzulassen.Für unsere Planungen zu weiteren Aktionen und Kampagnen (u.a. zum neuen “Internationalen Tag der Indigenen Frauen und Mädchen” sind wir jedoch auf Spenden angewiesen.
Bitte unterstützt unsere Arbeit durch Eure Spenden!
Auch ein Abonnement des Coyote wäre ein gutes Geschenk zum Jahreswechsel — garantiert selbst recherchiert und ohne KI verfasst!
Wir wünschen Euch einen guten Jahresausklang und viel Zuversicht für das neue Jahr!
Herzliche Grüße
Monika Seiller
Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V.
Frohschammerstrasse 14
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+49-173-9265932
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Indianer-Netzwerk
Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte e.V. (AGIM) ist ein gemeinnütziger Verein (gegr. 1986) zur Unterstützung der Rechte der indigenen Völker Nordamerikas und Herausgeberin des Magazins Coyote.
AGIM e.V. (Action Group for Indigenous and Human Rights, est. 1986) is a non-profit human rights organization dedicated to supporting the right to self-determination of Indigenous peoples in North America. We publish a quarterly magazine Coyote.
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