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Lubicon Cree
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Landrechtskampf der Lubicon Cree (Alberta, Kanada)
Seit 1987 unterstützt AGIM die Lubicon Cree im Norden von Alberta in ihrer Auseinandersetzung mit Rohstoffkkonzernen sowie der Provinz- und kanadischen Bundesregierung um ihr Land. Die Lubicon Cree lebten anfangs des 20. Jahrhunderts in einem nur schwer zugänglichen Gebiet. Als die Landabtretungsverträge in Westkanada abgeschlossen wurden, übersah man diese Indianer, die damals etwa 3000 Menschen umfassten. Die Spanische Grippe kostete 9 von 10 Lubicon Cree das Leben. Die übrigen Cree setzten ihre Lebensweise als Jäger und Fallensteller bis in die 80er Jahre fort. Bis dahin war die Gemeinde kaum mit der weißen Außenwelt verbunden. Erst in den 70er Jahren erreichten Strom, Telefon und Straßen ihre Gemeinde.
Seit den 50er Jahren weiß man, dass das angestammte Lubicon-Gebiet (etwa 10 000 qkm) reich an Erdöl und Erdgas ist, doch begann die Erschließung erst in der Folge der Ölkrisen von 1973 und 1980. In wenigen Monaten wurden die Indianer von der Entwicklung überrollt. Mehr als 500 Ölförderstellen wurden im Umkreis von nur 15 Kilometern um ihre Siedlung Little Buffalo eingerichtet. Seither verlassen über Pipelines täglich Erdgas und Erdöl im Wert von mehr als einer Million can$ das Lubicon-Gebiet. Die Folgen für die Indianer waren und sind katastrophal. Sie verloren ihre Lebensgrundlage, weil die Wildtiere ausblieben, sich nicht mehr vermehrten oder von den Ölarbeitern in ihrer Freizeit abgeschossen wurden. Der allgemeine Gesundheitszustand verschlechterte sich massiv infolge der Umweltverschmutzung (Luft- und Trinkwasserbelastung).
Seit Mitte der 80er Jahre versuchen die Lubicon Cree die kanadische Bundesregierung zu einem Vertragsabschluss zu bewegen, bei dem die Fehler und Ungerechtigkeiten der Vergangenheit vermieden werden sollen.
Die Cree fordern: - die Einrichtung eines kleinen Reservats (250 qkm), einschließlich einer Gemeindesiedlung, die einfachen Standards genügt; - ein Wald- und Wildschutzabkomen, welches das abzutretende Gebiet vor der weiteren völligen Zerstörung schützt; - Entschädigung für widerrechtlich entnommene Bodenschätze in einer Höhe, die es ihnen erlaubt, eine selbstversorgende Gemeinde zu bewohnen; - Regelungen zur Selbstregierung im Rahmen der kanadischen Gesetze.
Dafür würde Kanada bzw. die Provinz Alberta die rechtlich gesicherte Hoheit über 9750 qkm extrem rohstoffreiches Land erhalten: Das Lubicon Cree Territorium enthält neben Öl, Erdgas auch Teersand (ein Gemisch aus Öl und Sand), zum Teil nutzbare Waldbestände und möglicherweise auch Diamanten.
Während zu den Punkten Reservat, Gemeindeinfrastruktur und Umweltschutz immer wieder Übereinstimmung erzielt werden konnte, steht eine finanzielle und politische Einigung noch aus. Die Gewinne aus dem Geschäft mit Lubicon-Rohstoffen belaufen sich mittlerweile auf mehrere Milliarden can$. Sowohl die Provinz Alberta als auch die kanadische Bundesregierung weigern sich den Lubicon Cree mehr zuzugestehen, als das übliche Sozialhilfealmosen, das allen Indianern in Kanada zusteht. Die bescheidenen Forderungen der Indianer zur Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten gehen der kanadischen Bundesregierung ebenfalls zu weit. Sie fürchtet, dass die Lubicon Cree zum Präzedenzfall für andere Indianer Kanadas werden könnten. Gerade deswegen ist der Landrechtskampf der Lubicon Cree von eminenter Tragweite.
Unterstützung der Lubicon Cree
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